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Stoffkreislauf auch im Tragschichtenbau?

p.i. Rolando Vitaliani
Daniel Motz

Am 16.03.2018 organisierte das IBI – Euregio Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem ISB – Institut Südtiroler Baustofftechnologie und der Wasser Tirol – Wasserdienstleistungs-GmbH einem Erfahrungsaustausch zum Thema „Tragschichten“. Referenten und Teilnehmer aus Südtirol und Österreich gaben den rund 50 Teilnehmern einen rechtlichen und technischen Einblick in die Thematik. Weiters wurde über Erfahrungswerte in der Praxis diskutiert.

„Das Thema Wiederverwertung spielt im Tragschichtenbau eine essentielle Rolle. Dabei stellen oft nicht technische Möglichkeiten die größten Barrieren dar, sondern die „Schnittstellenproblematik“ zwischen den handelnden Akteuren. Die Wiedereinführung des Materials in den Stoffkreislauf wird aufgrund der zunehmend vorherrschenden Ressourcenknappheit immer wichtiger. Die Wiederverwertung muss dabei in höchster Qualität erfolgen. Dafür wird eine umfassende Fachkompetenz benötigt“, so Dr. Dietmar Thomaseth von der Wasser Tirol in seinem Begrüßungsstatement.

„Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der Wiederverwertung in einem qualitativ hochwertigen Einsatz in Tragschichten ist die Vorerkundung - Vorversuche und die Qualitätssicherung in der Ausführung“ so p.i. Roland Vitaliani von dem ISB.

Herr Vitaliani referierte unter anderem über europäische und nationale Vorgaben bzw. Verordnungen, welche in Südtirol im Rahmen der neuen „Recyclingrichtlinie“ nochmals verschärft wurden, um die Qualität sicher zu stellen. „Verschärfte Rahmenbedingungen müssen nicht unbedingt als Bestrafung angesehen werden. Sie haben oftmals auch technische Hintergründe“, so Vitaliani.

Herr Daniel Motz von der Wasser Tirol gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Grundlagen der CE-Kennzeichnung von Tragschichtenmaterialien. Er wies eindringlich auf die Mängel in der Praxis beim Verstehen, Erstellen und Lesen einer Leistungserklärung hin.

Herr Patrick Gasteiger vom ISB zeigte in seiner Präsentation relevante Einflüsse auf, die die Qualität von Tragschichten beeinflussen. „Eine gute Vorbereitung in der Erkundung und begleitende Laborversuche sind die halbe Miete einer guten Umsetzung“, so Herr Gasteiger.

p.i. Rolando Vitaliani schloss mit einer Präsentation von verschiedenen eindrucksvollen Praxisbeispielen einer gezielten Wiederverwertung die gelungene Veranstaltung ab und unterstrich damit, dass der Stoffkreislauf auch im Bereich des Tragschichtenbaues mit Kompetenz umsetzbar ist.

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