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Erdwärme - 3. Bohrpersonalschulung

Abb. 1: DI Rupert Ebenbichler
Abb. 2: Dr. Jörg Henzinger
Abb. 3: Stefan Geser (rechts) und Thomas Popp (links)
Abb. 4: Mag. Wolfgang Gadermayr
Abb. 5: Mag. Wolfgang Gadermayr und DI Rupert Ebenbichler

Am 22.02.2019 fanden sich im Veranstaltungsraum Kufstein der Wirtschaftskammer Tirol Mitarbeiter von Bohrfirmen und beratenden Planungsbüros ein, um an der Schulung „Erdwärmesonden in Tirol - Bohrpersonalschulung 2019“ teilzunehmen.

Anlass dieser Veranstaltung ist wiederum der Leitfaden „Bau und Betrieb von Erdwärmesonden in Tirol“. Dieser Leitfaden hat zum Ziel, größtmögliche Qualität und Nachvollziehbarkeit bei der Errichtung von Erdwärmesonden zu gewährleisten, um diese Technologie bestmöglich zu fördern.

Beim einführenden Vortrag von Rupert Ebenbichler, GF der Wasser Tirol,  wurde daher unter anderem auf den Ist-Stand der Erdwärme und Umweltwärme in Tirol eingegangen. Ebenso wurde auf die wichtige Rolle der Umweltwärme für die Energiestrategie hingewiesen, die sich aus den Ressourcen- und Technologieeinsatz-Szenarien Tirol 2050 ergeben hat. Darüber hinaus sei der Leitfaden natürlich kein starres Gebilde, weswegen sich alle Anwesenden auch deswegen zusammenfänden, um dessen Inhalte zu diskutieren, auf Praxistauglichkeit zu checken und ggf. in Kooperation zu überarbeiten.

Nachfolgend referierte Dr. Jörg Henzinger von der Firma Geotechnik Henzinger zum Thema Praxiserfahrungen Geologie und Prognose. Unterstützt wurde er dabei von Stefan Streiter von der Firma Rainalter, der einleitend erklärte, wie die Installateure auf die nötigen Entzugsleistungen und damit die Bohrtiefen kommen. Dr. Henzinger konzentrierte sich insbesondere auf die geologischen Randbedingungen, die bei der Erstellung geologisch-geotechnischer Prognosen betrachtet werden müssen, beleuchtete aber auch, dass diese Prognosen schon allein aus Kostengründen absolut notwendig seien. Eine Prognose sei aber freilich lediglich eine Prognose, weswegen mögliche Abweichungen beim Bohrvorgang erkannt, dokumentiert und kommuniziert werden müssten, um die Sondenlänge und -zahl ggf. anzupassen.

Nach einer kurzen Diskussion mit einigen Teilnehmern gingen Stefan Geser von der Firma Geser Erdwärme und Thomas Popp von der Fischer Spezialbaustoffe GmbH detailliert auf das Themenfeld Bohrtechnik – Abdichtung ein. Das sichtlich eingespielte Duo erläuterte abwechselnd verschiedene Bohrverfahren, die Notwendigkeit richtiger Verfüllung sowie die dafür verfügbaren Materialien. Dabei blieben beide nicht nur bei der Theorie, sondern ließen immer wieder ihre in Jahrzehnten gesammelten Praxiserfahrungen einfließen. Dadurch und auch wegen ihrer humoristisch-unterhaltsamen Vortragsweise konnten sie die Teilnehmer am richtigen Punkt abholen, sodass keine Langeweile aufkam und sich vor allem im Anschluss eine lebhafte Diskussion entspann.

Nach einer kurzen Pause bei Gebäck und Kaffee berichtete Mag. Wolfgang Gadermayr, Geschäftsführer der Firma geo² zt aus Salzburg, aus seiner langjährigen Erfahrung u. a. im Bereich Bewilligung und Bauaufsicht bei Erdwärmesonden in Theorie und Praxis. Dabei ging Gadermayr, der bereits im Vorjahr Vortragender war, insbesondere auf das Thema der Baustellendokumentation ein. Dabei sei es – neben der verpflichtenden Führung eines Bohrtagebuches – ausgesprochen wichtig, dass sich der Bohrmeister mit dem jeweiligen Bescheid und Befund auseinandersetze, um vor Ort mögliche Abweichungen auch von der geologischen Prognose erkennen und kommunizieren zu können.

Durch seine Vertrautheit mit den anwesenden Bohrfirmen und seinen unterhaltsamen Vortrag entspannen sich auch hier schnell Diskussionen zwischen Herrn Gadermayr und der Vortragenden, in welche sich Stefan Geser, Thomas Popp, Stefan Streiter und Rupert Ebenbichler einklinkten. Dadurch wurde direkt in die Schlussdiskussion übergeleitet, bei welcher offene Fragen beantwortet und mögliche weitere Schritte diskutiert wurden.

Die im Zuge der Veranstaltung aufgekommenen Themen wurden beim anschließenden Mittagessen am Buffet in kleineren Gruppen weiter erörtert. Am Wesentlichsten war das Thema des Leitfadens, den es ggf. zu aktualisieren gilt, wobei nach Anregung einiger Teilnehmer auch gewisse nicht praxistaugliche Passagen gestrichen oder zumindest abgemildert werden sollten. Ein weiterer zentraler Punkt war der Datenschutz, der in Zukunft zu erschwerten Bedingungen für Vorerkundung und Prognose führen könnte. Darüber hinaus wurde mehrfach die uneinheitliche Gesetzeslage von (Bundes-)Land zu (Bundes-)Land angesprochen, welche überregionales Arbeiten der Bohrfirmen erschwere und damit auch der künftigen Nutzung der  Technologie Erdwärmesonde ein Hindernis darstelle.

Vorträge - Präsentationen:

- Präsentation DI Rupert Ebenbichler

- Präsentation Thomas Popp und Stefan Geser

- Präsentation Mag. Wolfgang Gadermayr

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