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Abfallwirtschaft - BAWP, DVO, Recycling

Geschäftsführer Dr. Ernst Fleischhacker und Laborleiter Dr. Dietmar Thomaseth begrüßen die zahlreichen Teilnehmer und die hochkarätigen Vortragenden aus Österreich, Deutschland und Italien. „Diese Thematik behandeln wir nun schon zum 4. Mal in unserer Qualitätsakademie und es zeigt sich jedes Jahr wieder, welche große Problematik rund um den Bereich Abfall und Recycling besteht“, so Fleischhacker. 

Dipl.-Ing. Rudolf Neurauter (Referat Abfallwirtschaft, Land Tirol) betonte, wie auch schon in den Jahren zuvor, dass es ein großes Spannungsverhältnis zwischen Gesetzgebung und Praxis gäbe. In seinem Vortrag „Abfallende - Fluch oder Segen?“ erklärte er die wichtigsten Grundbegriffe rund um das Thema Abfall und Recycling. In Bezug auf die Baurestmassenverordnung stellte Neurauter klar, dass der dadurch entstandene Mehraufwand und die Mehrkosten in keiner Relation zum Umweltschutz stünden. Dennoch gibt es auch etwas positives zu berichten „In Tirol wurden mehr als 300.000 Tonnen Abfall für die Produktherstellung verwertet und die Tendenz ist steigend,“ freut sich Neurauter.

Ing. Franz Bekerthy (Wasser Tirol) erklärte im Anschluss die Charakterisierungen von Abfall und wie durch eine richtige Vorgehensweise Kosten und Probleme vermieden werden können. „Je besser die Charakterisierung zu Beginn durchgeführt wird und je genauer die Informationen über den Abfall sind, desto einfacher wird der gesamte Ablauf“, bekräftigte er.

Dr. Michael Kostjak (Berater der Wasser Tirol) zeigte die neuesten Entwicklungen auf und hebt hervor, dass es eigentlich nicht viel Neues gibt, außer dass die Diskussion rund um die Problematik mit den Gesamtgrenzwerten nun ins Rollen gekommen sei, was die Unübersichtlichkeit und Unlogik des gesamten Rechtssystems nur noch deutlicher mache.

Rechtsanwalt Dr. Eduard Wallnöfer veranschaulichte den Teilnehmern der Veranstaltung die wichtigsten rechtlichen Grundlagen und Begriffe des Abfallwirtschaftgesetzes und zeigte auf, wie schwierig es ist, sich in dem Dschungel an Vorschriften, Regelwerken und Gesetzen zurecht zu finden. Dem gegenüber steht die – auch in den Rechtsanwaltskanzleien angekommene – zunehmende Exekutionshäufigkeit der Behörde (Zoll).

Dr. Dietmar Thomaseth behandelte in seinem Vortrag die Frage "Recycling von Hochbaurestmassen - eine Sackgasse?" Er stellte dabei fest, dass die Verwendung von Recyclingmaterial in den letzten Jahren enorm an Attraktivität verloren hat und immer mehr auf natürliches Material zurückgegriffen wird. Auch der Südtiroler Recycling-Experte Albrecht Marx bestätigte diese Beobachtungen.

Wie sich die Recycling-Situation in Deutschland entwickelte, erklärte DI Günter Hiller (Expressbeton GmbH) und berichtete außerdem über ein von der Universität Weimar entwickeltes Verfahren zur Wiederverwertung von Mauerwerksausbruch.

Die langen Diskussionen während der Veranstaltung zeigen die zunehmende Brisanz des Themas. „Die zunehmenden Geschäftsfälle in unserem Labor weisen auf eine erhöhte Sensibilität und Bereitschaft zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe hin,“ resümiert Dr. Ernst Fleischhacker.

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