Erdwärmesonden mit Qualität

Am 28.02.2020 fanden sich im Veranstaltungsraum der WKO in Innsbruck Mitarbeiter von Bohrfirmen und beratenden Planungsbüros ein, um an der Schulung "Erdwärmesonden in Tirol - Bohrpersonalschulung 2020" teilzunehmen.

Ursprung der mittlerweile 4. Veranstaltung dieser Reihe war der Leitfaden "Bau und Betrieb von Erdwärmesonden in Tirol" mit dem Ziel, größtmögliche Qualität und Nachvollziehbarkeit bei der Errichtung von Erdwärmesonden zu gewährleisten, um dieser Technologie insbesondere in Hinblick auf "Tirol 2050 - energieautonom" bestmögliche Entwicklungschancen zu bieten.

Diese Ziele unterstrich auch Richard Stöckl von der Wirtschaftskammer Tirol, welche ihre Räumlichkeiten dankenswerterweise erneut zur Verfügung stellte.

Der Weg ist noch weit

Beim einführenden Vortrag von Felix Thalheim und Rupert Ebenbichler, GF der Wasser Tirol, wurde zunächst auf den Ist-Stand der Erdwärme in Tirol eingegangen sowie auf die Rolle der Umweltwärme für die Energiestrategie gemäß den Ressourcen- und Technologieeinsatz-Szenarien Tirol 2050. Darüber hinaus wurden die Erkenntnisse und Feedbacks der letztjährigen Veranstaltung angesprochen.

Stein auf Stein - Geologische Prognose als interaktiver Prozess

Den geologischen Part übernahm diesmal Paul Herbst von der Firma GWU aus Salzburg. Er hob dabei hervor, dass die Prognose für ihn kein einmaliger und einseitiger Prozess ist, insbesondere wenn die Prognose einmal stärker von der angetroffenen Geologie abweicht. Diese Interaktion an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Akteuren sei zukünftig noch stärker zu betonen.

Der Blick ins Loch - Erdwärmesondenkamera im Einsatz

Christian Müller hat ein einzigartiges Kamerasystem zur Befahrung von Erdwärmesonden entwickelt, welches die hohen Anforderungen (hoher Druck, kleiner Raum etc.) erfüllt. Dieses System stellte er vor, und zeigte auch Befahrungsvideos mit diversen Schäden gezeigt wurden. Im Laufe des Vortrags entspann sich ein lebhafter Dialog mit den Teilnehmern. Dabei wurden verschiedenste Themen berührt, wie z. B. die (Un)möglichkeit der Verwendung von Zentrierhilfen, Fehler beim Verpressen bzw. inadäquates Verpressmaterial. Es wurde deutlich, dass sich in den letzten Jahren zwar einiges verbessert hat, es aber dennoch etliche Baustellen gibt, die jedoch nicht ausschließlich bei den Bohrfirmen liegen.

Der Griff in den Gatsch - Der Mehrwert der Bohrgutansprache

Im abschließenden eher praktischen Teil von Paul Herbst ging es um die Bohrgutansprache, ein Thema, was sich auch bei den letzten Schulungen als wichtig und von Interesse erwiesen hatte. Die richtige Einordnung von Bohrgut stelle bei den gängigen Bohrverfahren immer wieder eine Herausforderung dar - beim oft angewendeten Hammerbohrverfahren z. B. sei besonders darauf zu achten, dass die Korngröße teils stark vermindert werde, wozu es zu falschen Ansprachen kommen könne. Korrekte Bohrgutansprache und ein entsprechende Bohrprofil sei die wichtigste Grundlage für künftige Bohrungen.

Über Erfolge, Probleme und Bedenken

Einige der aufgekommenen Themen wurden im Zuge der Schlussworte nochmals hervorgehoben und diskutiert. Als sehr positiv strich Paul Herbst die geringe Anzahl von Problemen mit der Bohrausführung heraus. Christian Müller hob hervor, dass in etlichen Schadensfällen die Fehler bereits in der Auslegung der Anlage lagen. Er wies dabei jedoch auf die Prüf- und Warnpflicht der Bohrausführenden hin.

So waren auch schnell die Themen für die Bohrpersonalschulung 2021 klar, während die diesjährige Veranstaltung bei Getränken und einem gschmackigen Mittagsbuffet der Firma Caterossi aus dem Stubaital ausklang.

Vorträge-Download:

Die Vorträge der Veranstaltung stehen hier zum Download bereit:

Abb. 1: GF DI Rupert Ebenbichler

Abb. 1: GF DI Rupert Ebenbichler

Abb. 2: Dr. Paul Herbst

Abb. 3: Christian Müller (rechts) und DI Rupert Ebenbichler (links)

Abb. 4: „Blick ins Loch“ mit Christian Müller

Abb. 5: Angeregte Diskussionen