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LHStv Josef Geisler und Bgm Max Wasserer lassen sich von Wasser Tirol - Geschäftsführer Rupert Ebenbichler, Johann Voglsberger von der Abteilung Wasserwirtschaft und Bohrmeister Helmut Rosner über den Stand der Bohrungen für den Grundwasserschichtenpl

Pilotgebiet für Grundwasserschichtenplan

Heizen und Kühlen mit Grundwasser

Mit Hilfe von insgesamt 45 Messstellen zwischen Strass und Fügen im vorderen Zillertal sollen das Volumen des Grundwasserkörpers, die Fließgeschwindigkeit, die Fließrichtung und die Temperatur des Grundwassers ermittelt werden. Die Hälfte der 17 neu zu errichtenden Sonden, die zwischen zehn und 25 Meter tief in den Boden gebohrt werden, ist schon installiert. Davon überzeugte sich Energiereferent LHStv. Josef Geisler bei einem Lokalaugenschein in Bruck am Ziller. Bis Ende Oktober werden auch die Bohrarbeiten für die restlichen Sonden abschlossen sein.

Umweltwärme als Beitrag zur Energieautonomie

„Unser Ziel ist es, Tirol bis zum Jahr 2050 energieautonom zu machen und unseren Energiebedarf weitgehend aus heimischen, erneuerbaren Energiequellen zu decken. Wo es sinnvoll ist, wollen wir Umweltwärme aus dem Grundwasser, dem Boden und der Luft mittels Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen verwenden“, erläutert Geisler den Hintergrund für dieses Pilotprojekt. Derzeit spielt die Geothermie im Energiemix Tirols mit weniger als ein Prozent noch eine untergeordnete Rolle. Bis zum Jahr 2050 soll die Umweltwärme gemäß Tiroler Energiestrategie gemeinsam mit Solarwärme einen Beitrag von etwa zehn Prozent zur Deckung des Energiebedarfs leisten.

„Die gesammelten Messdaten werden bis Ende 2016 in einem Grundwasserschichtenplan zusammengefasst und geben Auskunft darüber, wieviel Grundwasser im jahreszeitlichen Verlauf in welcher Tiefe mit welcher Temperatur zum Heizen oder Kühlen verwendet werden kann“, erklärt Geschäftsführer DI Rupert Ebenbichler von der mit der Projektabwicklung beauftragten Wasser Tirol. Wer sich überlegt, in seinem Haus eine Wärmepumpe zu installieren, kann dann auf diese Grundlage zurückgreifen. Der Grundwasserschichtenplan lässt aber auch Rückschlüsse auf die Auswirkungen einer Nutzung auf den Wasserhaushalt zu und ist damit eine wichtige wasser- und energiewirtschaftliche Planungsgrundlage.

Großes Interesse

Dass das Interesse der Bevölkerung am Projekt und an der Nutzung von Umweltwärme groß ist, bestätigt auch Bgm. Max Wasserer von der Gemeinde Bruck am Ziller: „Wir freuen uns, dass wir Teil dieses Vorzeigeprojekts sind und unterstützen dieses nach Kräften.“ Bruck stellt gemeindeeigene Grundstücke zur Errichtung von Grundwassersonden und auch einen Lagerplatz zur Verfügung.

Pilotprojekt

200.000 Euro investiert das Land Tirol in das Pilotprojekt im Vorderen Zillertal. LHStv Josef Geisler bedankt sich nicht nur für die Unterstützung der Gemeinden, sondern vor allem auch für das Entgegenkommen der GrundeigentümerInnen: „Alle Flächen, auf denen Sonden errichtet werden, können unentgeltlich genutzt werden. Damit leisten Sie einen wesentlichen Beitrag für die verstärkte Nutzung heimischer, sauberer Energie.“

 

Medienberichte:

-Bohrung im vorderen Zillertal (Land Tirol)

-Dem Wasser auf den Grund gehen (Tiroler Tageszeitung)

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