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Erfolgreicher Projektabschluss "Wie heizt Tirol 2050?"

Bgm. Josef Haaser begrüßte die Teilnehmer in Angath
LHStv. ÖR Josef Geisler erläuterte die Wärmestrategie des Landes
Bgm.in Hedi Wechner über die Pilotregion Wörgl und Ummgebung
GF DI Rupert Ebenbichler und Felix Thalheim (Wasser Tirol)
Mag. Reinhard Jennewein (Stadtwerke Wörgl)
Podiumsdiskussion
Klaus Fankhauser (BioEnergie Tirol)
Matthias Rüdisser (iDM)

Das Wärmesymposium "Wie heizt Tirol 2050?" wurde als erfolgreicher Abschluss des gleichnamigen Pilotprojektes durchgeführt.
VertreterInnen der Landespolitik und der Gemeinden diskutierten zusammen mit FachexpertInnen anhand konkreter Beispiele die Möglichkeiten, Hemmnisse und Herausforderungen auf dem Weg zur fossilfreien Wärmeversorgung in Tirol.

Nach einleitenden Worten des Moderators Andreas Madersbacher eröffnete der Angather Bürgermeister Josef Haaser mit seiner Begrüßung und Danksagung die Veranstaltung. 

Pilotprojekt „Wie heizt Tirol 2050?“

Im ersten Teil des Symposiums ging es um die Voraussetzungen und Ergebnisse des gegenständlichen Pilotprojektes, welches vom Land Tirol und dem Planungsverband Wörgl und Umgebung getragen wurde. LHStv. ÖR Josef Geisler erläuterte dazu die Motivation des Landes zur Durchführung des Projektes als Pilotprojekt zur Umsetzung der Tiroler Wärmestrategie im Rahmen von „Tirol 2050“.

Den örtlichen Rahmen bildete letztlich der Planungsverband 29 – Wörgl und Umgebung. PV-Obfrau und Bgm.in Hedi Wechner erläuterte, dass dieser sich unter anderem deswegen so gut eignete, weil hier bereits die Mehrheit der Gemeinden seit vielen Jahren umweltpolitisch aktiv sei. Daher wurde eine bessere Datengrundlage sowie die nötige Kooperation erwartet.

„Lokale Kümmerer und detaillierte Gebäudedaten für Planung benötigt“

Nachfolgend erläuterten DI Rupert Ebenbichler und Felix Thalheim von der mit der Projektabwicklung beauftragten Wasser Tirol die Methodik, Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Projektes. Im PV 29 würden 52 % der Gebäude mit fossilen Energieträgern versorgt, 44 % bereits mit erneuerbaren. Um diesen Anteil zukünftig zu erhöhen, wurden knapp 200 Siedlungen im Detail betrachtet und Möglichkeiten zur künftigen Wärmebedarfsdeckung aufgeführt. Nun wird an konkreten Projektumsetzungen gearbeitet. Eines sei aber bei den Gesprächen in den Gemeinden deutlich geworden: Zur Umsetzung bedarf es lokaler Kümmerer!

„Die Energiewende ist auch eine soziopolitische Frage. Kein Stein bleibt auf dem anderen.“

Die Stadtwerke Wörgl sind als Dienstleister im Bereich Strom, Wasser, EDV, Wärme und e-Mobilität breit aufgestellt und leisten visionäre Arbeit in zahlreichen für die Energiewende wichtigen Bereichen. Diese stellt für Geschäftsführer Mag. Reinhard Jennewein auch eine soziopolitische Frage und einen riesigen Umbruch dar. Daher bedürfe es einer umfassenden Analyse des Ist-Zustandes zur kurz- wie langfristigen Wärmeversorgungsplanung und entsprechende Planungs- und Umsetzungsorgane.

Im Zuge der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Vortragenden wurden zahlreiche Aspekte ausgiebig diskutiert und Weichen für die Zukunft umrissen.

Regionale Lösungen - Nahwärmenetze

Nach einer Pause bei Kaffee und Kuchen, in der auch die Übergabe der Projektberichte an die 8 Gemeinden des Planungsverbandes stattfand, startete der zweite Themenblock mit Klaus Fankhauser von der Bioenergie Tirol Nahwärme GmbH. Er stellte die auf Augenhöhe mit den Kunden umgesetzte und von starkem Ortsbezug geprägte Nahwärmeversorgung von Bad Häring vor. Die dort eingesetzten 24.000 Schüttraummeter Hackgut stammen zu 100 % aus der Region und werden zur Erzeugung von etwa 14 GWh/a Wärme verwendet. Darüber hinaus besteht ein weiteres Anschlusspotenzial von etwa 300 Einfamilienhäusern. 

„Effiziente Niedertemperatur-Nahwärmenetze sind auch im Altbestand möglich“

Herr Matthias Rüdisser vom technischen Vertrieb der Firma iDM aus Matrei i.O. präsentierte innovative Umsetzungsbeispiele für Wärmepumpen in Nahwärmenetze. So auch ein Projekt aus Italien, wo ein Niedertemperaturnetz im Altbestand umgesetzt und erfolgreich betrieben werde. Darüber hinaus beleuchtete er vor allem die Vorteile von gleichzeitigem Heizen und Kühlen zur Regeneration der Wärmequellen und Effizienzsteigerung.

Den Abschluss des 2. Blockes bildete der Vortrag von DI Othmar Frühauf von den Stadtwerken Wörgl, der die Abwärmenutzung der Tirol Milch durch die Stadtwerke Wörgl zur Fernwärmeversorgung erläuterte und Einblicke in zukünftige Ausbaupläne und Wärmeerschließungen gewährte. 

Einzelversorgungen

Nach einer angeregten Diskussionsrunde startete der dritte Block mit Andreas Riedmann von der Energie Tirol, der deren Heizungskompass zur Bewertung der Eignung verschiedener Systeme erklärte und den Vortrag mit der pointierten Aussage „Der Sektor Raumwärme ist der mit Abstand am einfachsten zu dekarbonisierende Sektor“ endete – Fortschritt sei derzeit aber noch kaum zu sehen.

Anschließend stellte Harald Henikl von der Firma Heliotherm das design- und peformanceoptimierte Wärmepumpensortiment der Firma vor. Dabei wurde vor allem betont, dass Luftwärmepumpen nicht zwingend laut sind und Wärmepumpen allgemein im Betrieb die mit Abstand günstigste Wärmeversorgungslösung seien. 

Herr DI Andreas Moser vom Tiroler Heizwerkverband wies in seinem abschließenden Vortrag zur Zukunft der Biomasse-Kleinanlagen unter anderem auf die hohen Potenziale der Nutzung in Tirol anfallender Pellets hin. Er stellte umfassend dar, dass Schwierigkeiten vor allem im Altbestand bei Wechselfeueranlagen bestünden, welche es unbedingt zu ersetzen gelte, damit die Biomasse in Bezug auf Tirol 2050 ihre gewichtige Rolle spielen könne.

Abschließend kam es zu einer angeregten Schlussdiskussion, nach welcher diese ausgesprochen erfolgreiche und facettenreiche Veranstaltung bei einem schmackhaften Mittagsbuffet des lokalen Caterers „Grubers“ aus Angerberg ausklang.

Vorträge-Download:
Sämtliche Vorträge der Informationsveranstaltung stehen hier zum Download bereit:

- 01_Wärmesymposium_WHT2050_WasserTirol_Ebenbichler&Thalheim

- 02_Wärmesymposium_WHT2050_SWWörgl_Jennewein

- 03_Wärmesymposium_WHT2050_BioenergieTirol_Fankhauser

- 04_Wärmesymposium_WHT2050_iDM_Rüdisser

- 05_Wärmesymposium_WHT2050_Impulsreferat_DIFrühauf

- 06_Wärmesymposium_WHT2050_Energie Tirol_Riedmann

- 07_Wärmesymposium_WHT2050_Heliotherm_Henikl

- 08_Wärmesymposium_WHT2050_Tiroler Heizwerkverband_Moser

DI Othmar Frühauf (Stadtwerke Wörgl)
Harald Henikl (Heliotherm)
DI Andreas Moser
angeregte Schlussdiskussion

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