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Energie-Szenarien Tirol 2050

Forschungsprojekt "Ressourcen- und Technologie-Einsatzszenarien Tirol 2050"

Das Land Tirol will bis zum Jahr 2050 im Jahressaldo energieautonom werden.

Hierzu ist das Energiesystem in den nächsten Jahrzehnten derart umzubauen, dass derzeit einge­setzte fossile Energieträger vollständig durch erneuerbare – vorzugsweise heimische – Energie­träger ersetzt werden. Ein generell sparsamer Umgang mit Energie und ein effizienter Energie­einsatz bilden wesentliche Säulen der Tiroler Energiestrategie. Die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern soll das Land in seiner politischen Ausrichtung autonom machen und Tirol ein ho­hes Maß an Wertschöpfung bringen.

Die Energieziele des Landes orientieren sich dabei an Europäischen und Bundes-Zielen sowie den Pariser Beschlüssen und gehen mit deren Zielsetzungen konform.

Die bisherige energiestrategische Ausrichtung Tirols baute auf den Ergebnissen der Studie ‚Ener­gieautarkie für Österreich 2050‘ des Jahres 2010 auf. Im Vergleich zu Österreich weist Tirol jedoch stark abweichende geographische und klimatische Verhältnisse auf. Auch im Bereich der zur Ver­fügung stehenden Technologien gab es in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte. Die Österreich-Ergebnisse sind daher nur bedingt auf Tirol übertragbar.

Studie „Ressourcen- und Technologie-Einsatzszenarien Tirol 2050“

Das Land Tirol beauftragte daher ein Konsortium aus

  • Wasser Tirol (Ressourcen, Projektkoordination),
  • Universität Innsbruck - Ar­beitsbereich Energieeffizientes Bauen (Sektor Gebäude, Sonstiges),
  • Universität Innsbruck - Ar­beitsbereich Intelligente Verkehrssysteme (Sektor Mobilität) und
  • Management Center Innsbruck (Sektor Produktion)

mit der Erstellung der Studie „Ressourcen- und Technologie-Einsatzszena­rien Tirol 2050“.

Im Rahmen dieser Studie wird untersucht,

  • welche heimischen nutzbaren Energieressourcen für den Umbau des Energiesystems zur Verfügung stehen,
  • welcher Energiebedarf im Jahr 2050 bestehen wird und
  • welche Auswirkungen der Einsatz bestimmter Technologien auf das Energiesystem bzw. die benötigten Energiemengen im Jahr 2050 auf den verschiedenen Energieebenen von der Nutzenergie über die Endenergie bis hin zur Sekundärenergie im Bereich des Umwand­lungssektors haben wird.

Die Datenbasis bilden in erster Linie die Zahlen der Bundesländerenergiebilanzen Tirol 2016 sowie der Nutzenergieanalyse 2016 der Statistik Austria. Ergänzend hierzu werden in die Studie diverse Veröffentlichungen und Ab­handlungen einbezogen sowie Experten ver­schiedener Fachrichtungen eingebunden. Ein beratendes Advisory Board begleitet er­gänzend die Arbeiten.

Über die Annahme von technologieabhängi­gen Wirkungsgraden in den einzelnen Sekto­ren werden die Nutzenergiebedarfe auf Ener­gieträgerbasis abgeschätzt und auf das Jahr 2050 gerechnet. Im Sinne eines Technologie­einsatzszenarios werden Szenarien unter der Annahme eines gleichbleibenden Nutzer­verhaltens entwickelt. Eventuelle grundsätz­liche Verhaltensänderungen gegenüber heute (z.B. Verkehrsmittelwahl und -nutzung) wer­den demnach nicht zu Grunde gelegt. Über die Annahme eingesetzter Technologien und Wirkungsgrade im Jahre 2050 werden so ausgehend vom Nutzenergiebedarf und unter Beachtung der zur Verfügung stehenden nutz­baren Energieressourcen die notwendige End­energie sowie die Sekundärenergie ermit­telt.

5 ausgearbeitete Szenarien

Insgesamt werden neben der Darstellung des Ist-Standes 2016 vier Grenzwertszenarien sowie ein Energiemix-Szenario erstellt. Die Grenzwertszenarien beleuchten die Auswir­kungen auf das Energiesystem im Jahressaldo, wenn sich die zukünftige Bedarfsdeckung vor allem auf Strom, Wasserstoff oder Methan stützt. Das Energiemix-Szenario beinhaltet so­wohl Strom als auch Wasserstoff und Methan in der Bedarfsdeckung, wodurch jedem Ener­gieträger auch zukünftig eine gewisse eigene Rolle zukommen wird. Eine Betrachtung not­wendiger Speichertechnologien zur Verlage­rung des Energiedargebots vom Sommer in den Winter mit dem Hauptenergiebedarf muss Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

  • Szenario I: Maximierter Strom-Einsatz
  • Szenario II: Maximierter Wasserstoff-Einsatz
  • Szenario III: Maximierter Methan-Einsatz
  • Szenario IIIa: Adaptierter Methan-Einsatz
  • Szenario IV: Energiemix

Betrachtung im Jahressaldo

Die ggst. Studie wird unter der Prämisse einer Energieautonomie im Jahressaldo erstellt und deckt sich damit mit den Ansprüchen der Tiroler Energiestrategie. Die Frage der zeitlichen Ener­gieverfügbarkeit sowie des Energiebedarfs im Jahresverlauf kann damit noch nicht einge­hend behandelt werden. Tatsächlich ist die Erzeugung aus Wasserkraft und Photovoltaik in Tirol dann gering, wenn der Tiroler Energiebedarf am höchsten ist – zur Zeit des maximalen Heizwärme­bedarfs mit Übernachtungs- und Aktivitätsmaximum im Tourismus.

Die Untersuchung der Möglichkeiten der zeitlichen Verlagerung verfügbarer eigener Energie durch Speicherung sollte jedenfalls in einer nachgelagerten Studie näher untersucht werden.