MENU

Einfluss der Sedimentraumbewirtschaftung auf die Ökologie

Durch die natürliche Abwitterung des Gebirges werden mit der Zeit feinste Materialanteile über Gebirgsbäche in die alpinen Flüsse transportiert. In gut durchströmten Flussabschnitten mit hohen Fließgeschwindigkeiten werden diese Partikel immer wieder aufgewirbelt und mit der Strömung mitgetragen. In Flussabschnitten mit geringen Fließgeschwindigkeiten setzen sich diese Partikel jedoch ab. Dadurch befinden sich in den Staubereichen von diversen Kraftwerksstrukturen hohe Anteile an Sedimenten, welche sich in den letzten Jahrzehnten angehäuft haben und zu einem großen Problem für die Kraftwerksbetreiber geworden sind. Sollte es zu einem weiteren Zuwachs der Sedimente kommen, könnte es zu Einbußen, z.B. durch ein vermindertes Stauvolumen, in der Stromproduktion kommen. Die Verlandung der Stauräume hat auch Auswirkungen auf die Sicherheit der Stauanlagen, da z.B. Grundablassorgane gestört werden können und mühevoll wieder freigelegt werden müssen. Darüber hinaus kommen verlandete Talsperren nur mehr eingeschränkt für den Hochwasserschutz und die Trinkwassergewinnung in Frage.
Deponierung der entnommenen Sedimente, Rückgabe in das Fließgewässer und Verwertung sind derzeit die Überlegungen in der Sedimentraumbewirtschaftung, welche jedoch mit teilweise unterschiedlichen Fragestellungen verbunden sind.

Im gegenständlichen Vorhaben soll die Rückgabe der Sedimente in das Fließgewässer näher betrachtet werden. Die im Staubecken angelagerten Sedimente sollen kontrolliert dem Fließgewässer nach der Staustufe zurückgegeben werden. Derzeit erfolgt die Überwachung der Eigenschaften des im Rahmen von Stauraumspülungen ins Unterwasser abgegebenen Wasser‑Feststoffgemisches mit sehr rudimentären Methoden (z.B. Imhoff-Trichter). Diese Methoden erlauben es nicht, das Wasser-Feststoffgemisch flächig zu erfassen und geben nur Aufschluß über die vorhandene Volumenkonzentration. 

Geplant sind die Entwicklung neuartiger Analysemethoden zur Überwachung von Sedimentbewirtschaftungsmaßnahmen bzw. bestehende Systeme an die anzupassen. Weiters soll untersucht werden, wie sich eine solche Rückgabe von Sedimente in das Fließgewässer auf die Ökologie der Gewässer auswirkt. Dabei sollen auch für die Ökologie kritische Grenzwerte (die zeitlich und räumlich variabel sein können) festgelegt werden.

Weitere Informationen und Kontakt