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Internationales Forum Kleinwasserkraft 2016

Der fachliche Leiter Prof. Aufleger begrüßte die Teilnehmer (Bild: Fa. Otti)
Vorstandsdirektor DI Gasser erläuterte die Herausforderungen der KWK in der modernen Stromwirtschaft (Bild: Fa. Otti)
GF DI Ebenbichler berichtete über das Förderprogramm zur Revitalisierung der Tiroler Kleinwasserkraftwerke (Bild: Fa. Otti)

Vom 22. bis 23. September 2016 fand in Innsbruck das 19. Internationale Anwenderforum für Betreiber, Planer und Hersteller von Kleinwasserkraftwerken statt, welches von der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit der Firma Otti veranstaltet wurde. Univ. Prof Dr. Markus Aufleger vom Arbeitsbereich für Wasserbau der Universität Innsbruck begrüßte die Teilnehmer der Tagung und führte durch den ersten Vormittag, der dem Schwerpunkt Umwelt gewidment wurde. TIWAG-Vorstandsdirektor DI Thomas Gasser eröffnete die Vortragsreihe mit seinem Beitrag "Kleinwasserkraftwerke in der modernen Stromwirtschaft".

Geschäftsführer DI Rupert Ebenbichler referierte im Anschluss über die Ergebnisse der seit dem Jahr 2011 laufenden Beratungsoffensive des Landes, welche unter dem Titel „Revitalisierung von Kleinwasserkraftwerken“ läuft. Er berichtete zunächst über die über hundertjährige Tradition und historischen Wurzeln der Kleinwasserkraft in Tirol. Die Kleinwasserkraftwerke, welche einst die ersten elektrischen Versorger waren, würden heute energiewirtschaftlich oft zu gering geschätzt. „Rund 850 Kleinwasserkraftwerke werden gegenwärtig im Land Tirol mit einem Regelarbeitsvermögen von rund 1.500 GWh/a betrieben. Damit stammt etwa jede vierte Kilowattstunde des Tiroler Wasserkraftstroms aus Kleinwasserkraftanlagen“, erklärt Ebenbichler.

Die große Bedeutung der Kleinwasserkraft bestätigt Ebenbichler bei der Umsetzung der Tiroler Wasserkraftstrategie und der Energiestrategie 2050: „Die Energiestrategie des Landes sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 weitestgehend auf emissionsfreie und erneuerbare Energieträger umgestellt werden muss. Die Kleinwasserkraft ist bei dieser Umsetzung nicht mehr wegzudenken und muss deshalb noch stärker forciert werden. Das Land Tirol hat deshalb die Beratungsförderung ins Leben gerufen, um aus den bestehenden Anlagen den bestmöglichen Ertrag herauszuholen.

Ein weiteres Anliegen ist es, auch BetreiberInnen die derzeit mit schwierigen rechtlichen und ökonomischen Gegebenheiten konfrontiert sind, zu beraten und zu betreuen. Die Förderung setzt sich aus 2 Stufen zusammen. Zuerst findet ein Gespräch zwischen den BetreiberInnen und den Experten der Wasser Tirol statt. Dabei erhalten sie individuelle Informationen zu möglichen technischen, ökologischen und wasserwirtschaftlichen Revitalisierungsmaßnahmen sowie zu den Erfordernissen im Zuge einer wasserrechtlichen Wiederverleihung. Stellt sich im Rahmen dieses Gesprächs heraus, dass für die bestehende Anlage ein ausreichendes Optimierungspotenzial besteht, erhalten die Betreiber/innen einen Fördergutschein für die zweite Stufe des Förderprogramms, einer Vor-Ort Begehung. Auf Basis dieser Begehung wird ein Bericht erstellt, der mögliche Maßnahmen aufzeigt und auch eine erste Grobkostenschätzung beinhaltet“, erklärt Ebenbichler das Fördersystem des Landes.

Bis dato haben rund 140 Kraftwerksbetreiber/innen an einem Erstberatungsgespräch teilgenommen. Hiervon haben rund 60 % auch die zweite Stufe in Anspruch genommen. „An einigen Objekten wurden bereits Revitalisierungsmaßnahmen durchgeführt. Was uns besonders freut, ist, dass dabei eine durchschnittliche Erzeugungssteigerung von rund 30 % festgestellt werden konnte. Die Erkenntnisse der Beratungsoffensive zeigen, dass die Tiroler Kleinwasserkraft großes Ausbaupotential besitzt“, fasst Ebenbichler zusammen.

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