Wassererlebnis Zammer Lochputz
Die Wasser Tirol hat im Auftrag der Freizeit und Veranstaltungs- OEG Zams (Gemeinde Zams und Tourismusverband Tirol West) mit dem Zammer Lochputz ein Pionierprojekt geschaffen, mit dem man das Element Wasser in seinen vielen Dimension "hören, sehen, fühlen und riechen" kann.
Die Initiative dafür ging vom Zammer Wirt und Tiroler Wasserpreisträger Seppl Haueis aus. Er hatte die Idee, dass man das - nördlich der Gemeinde Zams liegende - Zammer Loch für die breite Öffentlichkeit erschließen sollte. Allein durch die Zugangsmöglichkeit in die geheimnisvolle Schlucht, in der das Wasser in allen Dimensionen erlebbar sei, sollte sich die zum Teil verloren gegangene Beziehung der Menschen zum Wasser wieder verbessern. Es gehe darum, sich wieder selbst mit dem wertvollsten Gut unser Heimat zu identifizieren, bevor dies die sogenannten "Multis" tun und es uns weg nehmen.
Nach dieser Vorstellung wurde unter Federführung der Wasser Tirol von der Firma HTB-Imst ein schonend in die Natur hinein gebauter Zugangssteig in das "Zammerloch" gebaut. Dieser erschließt u.A. auch den vom Autor und Erzähler Christian Stefaner nach einer alten Sage wieder neu beschriebenen "Zammer Lochputz", - ein versteinerter Stier, der aus den Fluten des Lötzbaches heraus ragt. Um diesen zu sehen, müssen die Besucher zuvor aber über steile Treppen und Abgründe in die mystische Klamm vordringen. Dabei erleben sie - sozusagen im Vorbeigehen - auf der Bewusstseins und Unterbewusstseinsebene - die vielen Dimensionen des Wassers von der Schönheit bis zur Wildheit und vom wirtschaftlichen Nutzen bis zur sozialen Abhängigkeit.
Der Zammer Lochputz hat im Frühjahr 2004 seine Pforten geöffnet. Noch im selben Jahr haben über 25.000 Besucher, welche mangels Werbebudget, ausschließlich über Mundpropaganda motiviert wurden, vom "Wassererlebnis Gebrauch" gemacht. Im Jahr darauf waren es bereits über 30.000 und in den darauf folgenden Saisonen zwischen 35.000 bis 40.000 Besucher, welche jährlich den Zammer Lochputz besuchten.
Im Frühjahr 2006 wurde der Rundgang durch eine Inszenierung eines alten Wasserkraftwerkes der TIWAG erweitert. Das Schaukraftwerk, das unter dem Motto "Blue Bulls Faces" steht, wurde von der Wasser Tirol zusammen mit dem Zammer Architekten Dipl.-Ing. Franz Ladner nach der neu entwickelten Methode der "Authentischen Symbolinszenierung" gebaut.
Im Frühjahr 2007 wurde mit der Eröffnung des Römerturmes das Tiroler Wasser- Erlebnis und Kommunika- tionszentrum komplettiert.
Der Zammer Lochputz ist für die Wasser Tirol auch die Geburtsstätte methodischer Neuentwicklungen, welche in der Folge bei zahlreichen Wasser Tirol Projekten zum Einsatz kamen. Christian Stefaner und Dr. Ernst Fleischhacker haben im Zuge der Restaurierung der überlieferten Sage vom Lochputz die sogenannte "Mythos-Leitbild-Methode" entwickelt. Diese basiert auf speziellen Tiefeninterviews mit "Architypenspiegelungen" nach dem sogenannten "Janus Prinzip" und dient heute bei den Kommunal- und Regionalentwicklungsprojekten der Wasser Tirol zur Bestimmung von lokaler/regionaler Identität.
Mit dem Bau des Schaukraftwerkes für die TIWAG ist die Nowendigkeit entstanden, das Kraftwerk in seiner Gesamtheit in Szene zu setzen. Dabei fiel der Entschluss, keine künstlichen Elemente zu schaffen, sondern lediglich das Vorhandene zu heben und symbolisch aufzuwerten. So zum Beispiel zeigt das "Tiroler Stierhorn" (rechtes Bild) den Druck im Rohrleitungssystem, welcher vor Ort zum Antrieb der Turbinen dient. Die Elemente wurden über Namensgebung und Farben symbolisch mit dem Zammer Lochputz verbunden.
Daraus ist die Methode der "Authentischen Symbolinszenierung" entstanden. Sie beschäftigt sich mit der bewussten und untebewussten Wahrnehmung und Hebung von Verhandenem und dient in der Projektentwicklung zur Förderung der "Identifikation mit der wiedergewonnen Identität".











