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TIWAG Schaukraftwerk "Blue Bulls Faces"



Schaukraftwerk "Blue Bulls Faces: Die Wasser Tirol bekam im Jahr 2005 von der TIWAG den General- Planungs und Abwicklungsauftrag ihr Kraftwerk Zams - welches aus der Gründerzeit der Wasserkraftnutzung in Tirol stammt - in die Wassererlebniswelt „Zammer Lochputz“ zu integrieren. Zusammen mit dem Zammer Architekten Franz Ladner entstand das Schaukraftwerk "Blue Bulls Faces",  welches nach der von Christian Stefaner und Dr. Ernst Fleischhacker entwickelten Methode der "Authentischen Symbol - Inszenierung" geplant und gebaut wurde.

Der Zammer Lochputz ist mit der Eröffnung des Schaukraftwerkes am 30. April 2005 eine umfassende Kommunikationsplattform von vielen Wasserdimensionen geworden. Die im Zusammenwirken der ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktion des Wassers (= definierte Nachhaltigkeit) kann im Zammer Lochputz nicht nur kognitiv erfasst werden, sondern wird auch durch das Unterbewusste so tiefgründig erlebt, dass es sehr viele Besucher immer wieder in den Zammer Lochputz treibt.

Da gerade in diesem  Bereich  Prozesse der individuellen und öffentlichen Meinungsbildung von emotionalen  Mustern bestimmt sind,  wurde eine Form der symbolischen Inszenierungsgestaltung verwendet, die über archaische Ursymbole um Aufmerksamkeit wirbt und über eine mythische Ebene neue Horizonte der Wahrnehmungen öffnet. Dabei wurden alle Dimensionen vom Element Wasser derart ins Spiel gebracht, dass die eingefahrenen  Haltungen und Muster der bereits erfolgten  Meinungsmanifestationen umgangen werden und neue Sichtweisen auf der symbolischen Ebene als Angebot auftauchen. Obwohl tiefenpsychologische  Methoden modifiziert eingesetzt wurden, galt als oberstes Prinzip  für uns die „Authentizität der Symbole“ und „Selbsterfahrung statt Manipulation“. 
Ziel war dem einzelnen Besucher einen ehrlichern inneren Dialog der Dimensionen von Wasser zu ermöglichen  und die Prägung eines regionalen  Besucherortes für alle, aus unterschiedlichen  Richtungen motivierten Wasser-Interessenten. Konkret bedient sich hier unser Konzept eines Mythos, der vor Ort schon auf geheimnisvolle Weise vorhanden war: Den „Steinernen Lochputz Stier in der Klamm“. Das Wasser formte in den vergangenen  Jahrhunderten tatsächlich einen steinernen Stier aus einem Felsblock oberhalb des Bachbettes vom Lochbach. Dieser real existierende  Stier steht nicht nur als Tourismusmagnet in der Klamm,  unbewusst steht er auch für die Wasserkraft, die richtig behandelt, als „Blue Bull“, die Energie eines Bullen als Geschenk für uns bereit hält. In dieser Sichtweise ist also die Energie  ein Geschenk. Der Stier verkörpert aber auch mahnend die zerstörerische Kraft des Wassers, die man nicht unterschätzen darf. Hochwasserkatastrophen der letzten Zeit sind ein mahnendes Beispiel dafür.
Auch hier ist das Symbol des Stieres eine Hilfe für die menschliche Fantasie mit den eigenen Ängsten spielerisch um zu gehen.

Wer also die Klamm erfährt, kennt innerlich schon die Geschichte und umgekehrt, wer die Geschichte als älteste Kommunikationsform der Welt, einer  märchenhaften Geschichte, mit nachhause nimmt, hat ein Stück des Baches, des Wassers mit nachhause gebracht.

 

Auf dieses Fundament aufbauend, steht das Betreiber-Konzept für die Zammerloch Klamm mit ihren vielfältigen, orchestral aufeinander abgestimmten Symbolinszenierungen.

Die bisherigen Erfahrungen im Erleben von "Blue Bulls Faces" beweisen, dass sich durch die Wasserkraftnutzung kein trennender Widerspruch im ökonomischen, ökologischen und sozialen Dreiklang ergibt. (Dr. Ernst Fleischhacker, Christian Stefaner)