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Neue Heilwasserprodukte für Grins



v.l.n.r. Bürgermeister Thomas Lutz Gemeinde Grins, Primarius Dr. Ewald Wöll Krankenhaus Zams, Geschäftsführer Dr. Ernst Fleischhacker Wasser Tirol, Seppl Haueis Tiroler Wasserpionier, Gasthof Gemse in Zams

Gesundheitsprodukte - Pressekonferenz Fertigstellung Albenbad: Der Bau des Albenbades in Grins ist abgeschlossen. Die offizielle Eröffnung ist für den heurigen Mai geplant. Die Bevölkerung kann dann im Bereich des Schwimmbades  "ihr schwefelhaltiges Heilwasser" für Bade-, Kneipp- und Trinkkuren nutzen. Nach dem im Jahr 2009 fertiggestellten Wildbad-Schellenloch konnte damit ein weiterer Teil des Grinner Mythos-Leitbildes "Die vier Albigen von Grins" in der Gemeinde umgesetzt werden.

Entwicklung von neuen ortsbezogenen Heil- und Wellnessprodukten. Vertreter aus Forschung und Wirtschaft erläuterten im Rahmen einer Pressekonferenz am 4. März 2010 die Bedeutung des einzigartigen Grinner Wassers sowie Möglichkeiten für dessen künftige heilmedizinische Nutzung. Dr. Ernst Fleischhacker gab einen vielseitigen Einblick in die jüngsten Erfahrungen mit Wasser-Produktentwicklungen, die Projektentstehung sowie die aktuelle "und behutsame" Projektentwicklung zur Heil- und Thermalquellnutzung in Grins: "Das neue Badl bietet uns die Möglichkeit für ortsbezogene medizinische Produktentwicklungen. Primarius Dr. Wöll vom Krankenhaus Zams soll die Forschungen leiten" sagt der Projektentwickler und Geschäftsführer der Wasser Tirol Dr. Ernst Fleischhacker.

Grins, Wildbad, Heil- und Thermalwasser gehören zusammen: Sehr vieles, was man über die Heilquellen weiß, stammt aus mündlichen Überlieferungen. Gesichertes Wissen gibt es erst seit dem 17. Jahrhundert. Eine erste Erwähnung der Heilquellen in Grins stammt aus dem Jahr 1372. Die Landesherrin Margaretha Maultasch kam, so ist überliefert, alljährlich nach Grins, um das weitum bekannte Wildbad aufzusuchen. Es heißt, dass sie "im heilkräftigen Quell des Wildbades ihren Leib wusch, und dabei förmlich verjüngt" wurde. Im Jahre 1982 wurde bereits die sogenannte Wildbadquelle als Heilquelle gesetzlich anerkannt. Den "Thermalwasserstatus" erhielt Grins im Jahr 2007 auf Bais einer neuen Fassung der Quellen mittels Tiefbohrungen. (Nöbl – Chronistische Aufzeichnungen Grins)

Impuls für die Region Landeck: Prim. Dr. Ewald Wöll vom Krankenhaus Zams erläutert im Rahmen der Pressekonferenz die medizinische Bedeutsamkeit des Grinner Projektes. Zusammen mit Dr. Fleichhacker von der Wasser Tirol sichert Wöll der Gemeinde seine Unterstützung bei der Konzeption möglicher Projekte zur Erforschung der Wirkung des Grinner Wassers zu. Der Primarius schildert mögliche Gesundheitswirkungen des Wassers "Mögliche positive Beeinflussung von Darmträgheit, unterstützende Behandlung von Harnwegsinfektionen, ….", er ist sich der Einizigartigkeit, aber auch der gebotenen Sensibilität dieser Ressource gegenüber bewusst und begrüßt daher ganz besonders die von der Wasser Tirol angestrebte und von der Gemeinde bislang umgesetzte behutsame Projektentwicklung: "Ein zweites Längenfeld aus dem Boden zu stampfen kann sicherlich kein vorrangiges Ziel sein".
Der Grinner Gemeinderat unterstützt diese Projekte kontinuierlich seit Beginn, ihm ist wichtig, das sensible Thema Wasser in Gemeindehand zu wissen. Eine Veräußerung an Investoren wird ausgeschlossen: "Wasser ist ein sensibles Gut, das wollen wir solange es geht in unserem Eigentum wissen", erläutert Bürgermeister Lutz seine Beweggründe.
Dem Tiroler Wasserpionier Seppl Haueis, der selbst seit der Kindheit gerne im Wildbad in Grins zu Gast ist, ist die nachhaltige und sensible Nutzung des Grinner Wassers ebenfalls ein Anliegen: "in seiner Einzigartigkeit sollte das  Wasser der gesamten Region verfügbar gemacht werden…".

Wirtschaftspartner gesucht: Zusammen mit der Wasser Tirol, dem Krankenhaus Zams sowie der Gemeinde Grins werden derzeit konkrete Forschungsmöglichkeiten zur Untersuchung des Heilwassers diskutiert – längerfristiges Ziel ist die Etablierung einer Gesundheitsregion Landeck. In diesem Zusammenhang wurde jüngst ein Antrag bei der Zukunftsstiftung Tirol eingebracht, um etwaige Forschungskooperationen zu prüfen und das Projekt konkret anzugehen.
Bis sich das einzigartige Grinner Wasser großtechnisch verwerten lässt, werden jedoch einige Jahre vergehen: neben der Produktentwicklung (ähnlich wie die ebenso nach Wasser-Tirol Methode entwickelten Produkte Krimmler Wasserfälle, Stuibenfall im Ötztal) ist die Durchführung gesicherter klinischer Studien eine langwierige und vor allem kostenintensive Angelegenheit. Daher ist neben der Politik vor allem die Wirtschaft zur Kooperation und Co-Finanzierung der EU-Projekte aufgerufen. Bisher sind über Mittel des Landes sowie der EU bereits Förderungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro geflossen, die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich mittlerweile auf knapp 1 Mio. Euro.  (Bericht von Dipl.- Geogr. Pamela Blome)